Unsere Verbindung: Häufig gestellte Fragen (FAQs)

 

1) Fragen zur Geschichte unserer Verbindung

 

Wie sind Verbindungen entstanden?

Die Geschichte der studentischen Verbindungen reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals schlossen sich Studenten gleicher Herkunft und gleicher Sprache an ihren Studienorten zusammen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich aus diesen Zusammenschlüssen im 19. Jahrhundert die noch heute existierenden Verbindungen.

 

Was waren die Ziele der Verbindungen?

Im Mittelpunkt der Überzeugungen standen bei den Verbindungen die Begriffe „Freiheit und Vaterland“. Ziel war die Abkehr von der Fürstenherrschaft und ein geeinigtes Deutschland. Dies waren liberale Ideen, die den Verbindungen regen Zulauf bescherten.

 

Gibt es Unterschiede zwischen den Verbindungen?

Durchaus! Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Typen von Verbindungen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzten. So konnte der Fokus beispielsweise auf religiöse, politische oder sportliche Themen gerichtet werden.

 

Wie erkenne ich diese Unterschiede?

Diese Unterschiede kann man heute noch in den Namen der Verbindungen sehen. So gibt es Landsmannschaften, Corps, Turnerschaften oder Burschenschaften, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen. Die Verbindungen mit ähnlicher Ausrichtung schlossen sich schließlich in Dachverbänden zusammen.

 

Was ist eigentlich eine Turnerschaft?

Ab 1872 entstanden mit den Turnerschaften akademische Verbindungen, die besonders stark dem Sport Beachtung schenkten. In dieser Tradition wurde unsere Verbindung, die Turnerschaft Merovingia, gegründet. Der Sport steht zwar heute nicht mehr im Mittelpunkt unseres Bundeslebens, ist aber nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Aktivitäten.

 

Welchem Dachverband gehört die Turnerschaft Merovingia an?

Wir gehören heute zum Coburger Convent. In diesem Verband schlossen sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf einer Tagung in Coburg die Landsmannschaften und Turnerschaften zusammen. Im Coburger Convent sind heute 100 Verbindungen an 45 Hochschulorten zusammengeschlossen.

 

Was ist das besondere an diesem Dachverband?

„Ehre, Freiheit, Freundschaft, Vaterland“. So lautet der Wahlspruch des Coburger Convents. Er ist alt, aber dennoch sehr aktuell: Respekt voreinander, Toleranz, Zuverlässigkeit, gesellschaftliches Engagement, gute Staatsbürgerschaft, Verantwortung für sich und andere – das sind die zeitlosen Grundlagen dieses Wahlspruches und Maßstab für jeden von uns.

 

2) Fragen zu unserem Verbindungsleben

 

Nach welchen Kriterien werden die Mitglieder ausgewählt?

Wir möchten ein Leben lang verbunden bleiben. Deshalb ist uns Kommunikation wichtig, denn nur daraus entwickeln sich lebenslange Freundschaften. Religiöse oder politische Bindungen spielen für uns keine Rolle, wir sehen Toleranz und Gleichberechtigung als Basis unserer Gemeinschaft. Wer sich als junger Student mit diesen Grundsätzen identifizieren kann, ist bei uns willkommen.

 

Was bringt mir als junger Student eine Mitgliedschaft

Wir bieten unseren Bundesbrüdern besonders am Beginn ihres Studiums unsere Hilfe und Unterstützung an: Ein Zimmer auf dem Verbindungshaus gehört zu dieser Starthilfe ebenso wie Gespräche mit Studenten im fortgeschrittenen Semester und mit unseren im Berufsleben stehenden älteren Mitgliedern, den „Alten Herren“. Erfolg im Studium liegt uns am Herzen. Dazu tragen Diskussionen, Vorträge und Seminare bei, die unter anderem vom Coburger Convent angeboten werden.

 

Und was wird von mir verlangt?

Zunächst einmal sollte jeder Freude an gemeinschaftlichen Unternehmungen haben. Zudem sollte die Bereitschaft vorhanden sein, Verantwortung für verschiedene Aufgabenbereiche zu übernehmen. Ja, das kostet Zeit, kann aber durchaus Spaß machen – und man lernt eine Menge dabei – Stichwort: „Soft Skills“!

 

Ich weiß doch gar nicht, was mich erwartet! Gibt es eine Art Probezeit?

Bei Eintritt in unsere Turnerschaft ist man vor allem erst einmal ein „Bundesbruder“ wie jeder andere auch. Als Student ist man „Aktiver“, und als neues Mitglied wird man bei und „Fux“ genannt. Als Fux ist man in der Probezeit. Man macht alle Veranstaltungen mit und kann nach einiger Zeit entscheiden, ob man dabei bleiben möchte.

 

Wie geht es dann weiter?

Nach etwa 2 Semestern wird man dann „Bursche“. Die Burschen sind das Herz unserer Verbindung. Sie wählen jedes Semester einen Vorstand, der natürlich für einen bestimmten Zeitraum besondere Rechte-, aber auch besondere Pflichten hat und der die Verantwortung für das Bundesleben trägt.

 

Was passiert nach dem Studium?

Nach dem Examen bleibt man in der Verbindung – das ist unser „Lebensbundprinzip“. Man wird „Alter Herr“, berät und fördert die jungen Bundesbrüder und hat hoffentlich weiterhin Freude an gelegentlichen gemeinsamen Veranstaltungen mit den jungen Bundesbrüdern.

 

Es war von Wahlen die Rede. Wie muss ich mir das vorstellen?

Während des Semesters treffen sich die sich Aktive und Alte Herren mehrfach zu einem Convent, einer Art „runder Tisch“. Hier fassen alle gemeinsam nach demokratischen Spielregeln ihre Beschlüsse. So werden die im Semesterprogramm veröffentlichten Veranstaltungen geplant, die Aufgaben verteilt und ggf. der Vorstand gewählt.

 

Warum tragen wir Band und Mütze?

Band und Mütze dokumentieren die Zugehörigkeit zu unserer Turnerschaft. Die „Couleur“ dient auch der Unterscheidung der einzelnen Verbindungen. Sie ist aber auch ein Bekenntnis zu unserer Turnerschaft. Wir bekennen Farbe!

 

Was soll das mit dem Fechten?

Das Fechten ist für uns mehr als Sport. Es geht um Fairness und die Gelegenheit, eine außergewöhnliche Situation erfolgreich zu meistern. Die „Mensur“ verläuft nach einem strengen Reglement, Schutzbrille und –kleidung verhindern ernsthafte Verletzungen. Unparteiische wachen über die Einhaltung aller Regeln. Mit Duellen oder Ehrenhändeln hat unser Fechten nichts zu tun.

 

Wir beziehen uns bisweilen auf das „Vaterland“. Wie ist das zu verstehen?

Ursprünglich war damit natürlich Deutschland gemeint. Heute stammen unsere Mitglieder aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Erde. Wir erwarten zwar, dass alle die deutsche Lebensweise akzeptieren, aber jeder sollte für sein Vaterland eintreten, ein guter Staatsbürger sein und gesellschaftliches Engagement pflegen.